Errichtung einer Stiftung

Zur Errichtung einer rechtsfähigen Stiftung bekundet der Stifter in einem Stiftungsgeschäft förmlich den Willen, zur Verwirklichung eines bestimmten Zwecks auf Dauer eine rechtsfähige Stiftung zu errichten und diese mit den hierzu benötigten Mitteln, das heißt einem Vermögen und einer Organisation, das heißt mindestens einem Vorstand, auszustatten. Das Stiftungsgeschäft bedarf der Schriftform. Diese genügt jedoch dann ausnahmsweise nicht, wenn das Stiftungsgeschäft die Übertragung von Grundbesitz auf die Stiftung vorsieht. In diesem Fall ist eine notarielle Beurkundung erforderlich.

Die Stiftung entsteht mit der Anerkennung  durch die Stiftungsbehörde des jeweiligen Bundeslandes.

Der Stifter legt im Stiftungsgeschäft fest, zu welchem Zweck die Stiftung errichtet werden soll. Nach der Errichtung ist die Stiftung bis auf wenige Ausnahmefälle von ihrem Stifter unabhängig und seinem Einfluss entzogen. Der Stifter kann sich allerdings auch in der Satzung Allein- und Mitentscheidungsrechte oder ein Veto gegen Entscheidungen der Stiftungsorgane vorbehalten. Häufig bestellt sich der Stifter als Mitglied eines Stiftungsorgans oder sogar als Alleinvorstand.

Herausragendes Kennzeichen für eine Stiftung ist, dass der Stifterwille in der Satzung verbindlich und auf Dauer festgelegt ist.  Folge kann sein, dass der Stifter an seine ursprünglichen Festlegungen in der Satzung gebunden ist, auch wenn er inzwischen andere Zwecke wichtiger finden mag.

Weiteres, nicht weniger wichtiges Kennzeichen der Stiftung ist,  dass sie im deutschen Recht das einzige Rechtsinstitut ist, mit dem eine natürliche Person ihren Willen auch noch Jahrhunderte nach ihrem Ableben für nachfolgende Generationen verbindlich machen kann. Auf gewöhnlichem testamentarischen Wege lässt sich dies meist nur für rund 30 Jahre erreichen.

Bei gemeinnützigen Stiftungen folgt nach der Errichtung die Prüfung durch das Finanzamt, das eine Bescheinigung über die Gemeinnützigkeit ausstellt, wenn die Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts erfüllt sind. In einigen Bundesländern erfolgt diese Prüfung bereits im Anerkennungsverfahren durch das Finanzministerium des Landes.