Rechtsanwaltsgebühren im Erbrecht

Da eine den Rechtsanwaltsgebühren vergleichbare Vergütung sonst nur noch bei Notaren vorkommt und viele davon noch nie gehört haben, ist uns die Aufklärung über die Rechtsanwaltsgebühren zu Beginn des Mandats sehr wichtig.

Die Rechtsanwaltsgebühren im Erbrecht und insbesondere für die Testamentserstellung richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Wie bei Notaren ist die Höhe der Gebühren abhängig vom Gegenstandswert, welcher bei der Testamentserstellung im Vermögen des potentiellen Erblassers im Zeitpunkt der Beauftragung besteht. Dem sich ergebenden Vermögenswert ist im Gesetz eine Gebühr zugeordnet, welche durch Multiplikation mit einem bestimmten gesetzlichen Gebührensatz, je nach Komplexität, Aufwand, Mandatsdauer und individuellen Vermögensverhältnissen, höher oder niedriger angesetzt wird.

Wann entsteht die Gebühr?

Manch einer könnte denken, dass die Gebühr erst dann anfällt, wenn das Testament oder der Vertrag vollständig erstellt sind und die Angelegenheit abgeschlossen ist. Dies ist aber nicht der Fall. Die Gebühr etwa für ein gemeinschaftliches Testament entsteht nach den Regeln des RVG nach erfolgter Mandatserteilung bereits durch Entgegennahme der relevanten Informationen und Unterlagen an den Rechtsanwalt. Dies erklärt sich nicht zuletzt daraus, dass auch die sehr umfangreiche berufsrechtliche Haftung des Anwalts zu diesem Zeitpunkt begonnen hat. Die Gebühr fällt unter anderem aus diesem Grund auch nicht etwa weg, wenn das Mandat vorzeitig durch den Mandanten abgebrochen wird.

Bitte beachten Sie, dass ein Anwaltsauftrag nicht schriftlich erteilt werden muss, es genügt bereits eine mündliche Beauftragung. Dessen ungeachtet arbeiten wir zur Vermeidung jedweden Missverständnisses nur mit schriftlichen Mandatsaufträgen, die ausdrückliche Hinweise auf die Gebühren enthalten.

Kann man zu Beginn des Mandats bereits die genaue Gebührenhöhe vorhersagen?

Nein, das geht in aller Regel nicht. Das Gesetz sieht eine sogenannte Rahmengebühr vor und erst bei Abschluss des Mandats kann und muss der Anwalt beurteilen, in welcher Höhe dieser Rahmen ausgeschöpft wurde. Die sogenannte Regelgebühr liegt beim Faktor 1,3. Kurz gesprochen: wenn das Mandat keine besondere Schwierigkeit und Bedeutung aufweist, stellt die Gebühr einen Anhaltspunkt dar. Bei der Beauftragung durch Ehegatten wird die 1,3-Gebühr für den zweiten Auftraggeber um 0,3 erhöht. Der andere Ehegatte muss also nicht noch einmal die gleichen Kosten zahlen.

Auf unseren schriftlichen Mandatsaufträgen ist beispielhaft eine Gebührentabelle abgedruckt, welche die am häufigsten Gebühren ausweist. Alternativ kann mit dem Mandanten eine Honorarvereinbarung abgeschlossen werden, was bei uns zum Beispiel häufig deshalb gemacht wird, wenn Ungewissheiten über die tatsächlichen Vermögenswerte besteht und diese nicht zugrunde gelegt werden können.

Für weitere Fragen zum Honorar stehen wir Ihnen gerne im Gespräch zur Verfügung.